WIRTH HAUS HAMBURG INNENSTADT

Evolution statt Revolution – Der Umbau des WIRTH HAUSES bewahrt das Erscheinungsbild und entwickelt es modern weiter.

Von Bettina Schön
Nach dem Großen Brand 1842, dem Zollanschluß 1881 und der Choleraepidemie 1892 veränderte Hamburg sich radikal. Der Senat trieb die „Citybildung“ der historischen Stadt innerhalb des Wallrings entschieden voran. Die im Rahmen des U-Bahnbaus seit 1909 angelegte Mönckebergstrasse wurde zur „Starkstromleitung des städtischen Lebens“ mit Geschäften und Büroflächen in prächtigen Kontorhäusern.

Die städtebauliche Akzentuierung der platzartigen Einmündung der Spitalerstrasse mit dem Mönckebergbrunnen geschah durch Fritz Schumacher. An diesem bis heute sehr lebendigen Herzstück hat sich in den beiden letzten Jahren einiges verändert. Die Einkaufspassage mit der dunklen, geschwungenen Fassade aus den 1960er-Jahren wurde abgerissen, vergrößert und neugestaltet. Das benachbarte Wirth-Haus wurde durch das Büro CARSTEN ROTH ARCHITEKT mit feinem Gespür für den Ort revitalisiert. Nach Auszug des Juweliers und Schließung des seit 1876 hier ansässigen Wiener Cafés Wirth entstanden jetzt Verkaufsräume für das schwedische Modeunternehmen h&m.
Die helle Natursteinfassade im neuen Gewand bezieht sich auf das frühere Erscheinungsbild des schmalen Gebäudes, vermittelt aber durch Vor- und Rücksprünge und ihr abgestimmtes Fugenbild eine neue Leichtigkeit. Der Eingangsbereich wurde neu inszeniert, der darüber-liegende große Einschnitt des Schaufensters in der Fassade ermöglicht über zwei Geschosse hinweg spannende Ein- und Ausblicke. Die zum Fenster leicht abgeschrägten Steinplatten lenken subtil den Blick des Betrachters und betonen die moderne Eleganz der Fassade. Der in den Stein gefräste Schriftzug WIRTH HAUS ist eine raffinierte Reminiszenz an das traditionsreiche Haus.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von
Bettina Schön und CUBE – das lokale Magazin für Architektur, modernes Wohnen und Lebensart. 

 
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