Waterloohain W5+

Bürohaus-Neubau als Fortsetzung des Medienpool Waterloohain

Als Ergänzung zum Bestandsgebäude Waterloohain 5, W5, mit seiner charakteristischen Aufstockung entstand der Erweiterungsbau W5+. Der bereits 1999 entwickelte Masterplan für den MEDIENPOOL WATERLOOHAIN wird mit diesem Neubau in der Umsetzung fortgeschrieben. Die derzeit städtebaulich unbefriedigende Straßenecke Eimsbüttler Strasse / Doormannsweg wird mit dem neuen Baukörper gefasst und verdichtet. Die Straßenraumkante wird durch die Übernahme der angrenzenden Traufhöhen gestärkt. Der Erhalt der Platanen betont den grünräumlichen Alleecharakter an dieser Stelle der
2. Hamburger Ringstraße.

Die Westfassade des W5 bleibt zu einem großen Teil unangetastet. Der Übergang zwischen Bestand und Erweiterung wird durch einen gebäudehohen, sich verjüngenden Einschnitt visuell betont. Der Neubau bindet an das ehemals außenliegende Bestandstreppenhaus West des W5 an. Der viergeschossige Baukörper schwebt über einer im Mittel um ca. 1 m abgesenkten Stellplatzfläche. Im 4.OG kragt der Baukörper mit einer signifikanten Geste in Richtung Doormannsweg aus. Auf der Süd- bzw. Hofseite staffelt sich der Baukörper im 2.OG und dann noch einmal im 4.OG schräg nach hinten und nimmt damit die Gebäudefluchten der Baukörper von Bestand und Aufstockung Waterloohain 5 auf. Die Hauptfassaden werden mit einer umlaufenden Konstruktion von Vertikallamellen aus schwarz-polyspektralen Edelstahl bekleidet. Die Lamellen sind je Geschoss und Fassadenseite unterschiedlich zum Lot gedreht und erzielen so über die Fassadenflächen einen changierenden Effekt. Die je nach Standort wechselnde Anmutung der Fassadenstruktur nimmt thematisch die wechselnden farblichen Anmutungen der rotpolyspektralen Metallbleche der Aufstockung des W5 auf, variiert sie und wirkt dabei als selbstverständliches und standfestes Bindeglied des Gebäudeensembles. An der Nordseite zum Doormannsweg bilden schaufensterartige, großformatigen Scheiben im 2. und 3. OG einen kraftvollen Kontrast zu den geschlossen anmutenden Fassaden der mit den Lamellen strukturierten Fassadenflächen. 
Betrachtet man die Tragwerke der Bestandsgebäude W5 und Eimsbüttler Straße 64, E64, aus den 1960er Jahren, so fällt auf, dass sich die Tragwerke des Gelbklinkerbestandes in den West- und Ostfassaden der Gebäude abzeichnen, wohingegen die Nord- und Südfassaden vorgehängt sind und das Tragwerk auskragt. Da die Häuser W5 und E64 in ihrer Ausrichtung fast 90 Grad zueinander gedreht stehen, so hat der W5 eine stützenfreie Bandfassade als Langseite und die E64 eine Lochfassade als Langseite, in deren Ebene sich das Tragwerk abbildet. Der Neubau zwischen diesen beiden Gebäuden entwickelt im Tragsystem eine Eigenständigkeit, die sich nicht an den Bestand anbiedert sondern die beiden Gebäude wie eine Klammer zusammenbindet. Die Stützen und Balken des Neubautragwerks werden als Sichtbetonfertigteile gebaut. Die nur 20cm breiten Unterzüge überspannen einen 16m langen Raum und fächern sich V-förmig auf. Die Prägnanz dieser Struktur betont die Eigenständigkeit des Erweiterungsneubaus.
Es ensteht ein neues Zentrum im MEDIENPOOL WATERLOOHAIN.

 
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