SIGNAL IDUNA HEADQUARTERS HAMBURG 2004

ABSICHT
Die originale städtebauliche Leitidee der City Nord wird in Form eines „großformatigen Verwaltungsgebäudes als Solitär in einer Parklandschaft“ in der vorliegenden Planung aufgenommen. Solitär“ bedeutet jedoch nicht Ignoranz des städtischen Raumes. Gefragt ist die Balance aus einem in sich geschlossenem Baukörper einerseits und definiertem Stadtraum andererseits. Der Baukörper soll mit der Umgebung in einem subtilen Beziehungsgeflecht stehen.

Der Grundriss basiert auf einem gleichschenkeligen Dreieck, das zunächst mit einer Kante parallel zum Überseering platziert wird. Der boulevardartige Charakter desselben wird so gestärkt und darüber hinaus eine städtebauliche Verbindung zu dem weiter südlich gelegenen Hochhaus aufgebaut. Für den von Norden kommenden Betrachter leitet die nord-östliche Kante des Dreiecks in den Kapstadtring hinein und bildet eine ideelle Verbindung zu dem Gebäude Kapstadtring 8. In dem folgenden Entwurfsschritt werden rechtwinklige Einschnitte in die Dreiecksfigur vorgenommen. Ein prägnanter Platz und Eingangsbereich im Nord-Osten entsteht, der über den Kapstadtring hinweg eine Einheit mit dem Entrée des „Oval Office“ und dem „Haus der Wirtschaft“ bildet. Damit entstehen Synergieeffekte für alle drei Gebäude, eine neue urbane Keimzelle mit einprägsamer Adresse formiert sich. An den Innenecken wird aufgrund der Ausrundung der Brandüberschlag verhindert. Gleichzeitig werden dadurch horizontale Verknüpfungsmöglichkeiten unter den Mieteinheiten am zentralen Erschließungskern vorbei geschaffen.

Es entsteht eine rotationssymmetrische Grundrissfigur von großem Image- und Identifikationspotential. Die Kontur wird gleichsam zum Signet. Dem Gebäude wird ein unterer und oberer Abschluss gegeben, indem das Erdgeschoss und die obersten Geschosse durch Einschnitte in die Gebäudekubatur besonders behandelt sind. Im Erdgeschoss werden so die Eingangs-, Anlieferungs- und Terrassenbereiche akzentuiert. Die oberen Geschosse erhalten durch großzügige Wintergärten eine zusätzliche Qualität.

Die Parklandschaft, die in der ursprünglichen Planung als fließender Grünraum gedacht ist, wird mit dem heutigen Wissen umgedeutet und „verdeutlicht“. Im Freiraum bilden sich möglichst zusammenhängende Raumeinheiten und große Grünflächen mit einer klaren Atmosphäre. Das prägnante Solitärgebäude steht an der Nahtstelle zwischen einer weiten, südorientierten Grünfläche im Süden des Grundstücks und einem prägnanten Platz und Eingangsbereich im Norden. Das Bürogebäude hält Distanz von der Haupterschließungsstraße Überseering, um die östlichste der dort typischen Platanenreihen zu erhalten, die als Baumdach in den Platzbereich integriert wird. Damit wird der „Boulevard“ Überseering direkt an den Platz angebunden. Die Ausdehnung der Tiefgarage ist so gewählt, dass auch die Altbäume im Osten erhalten werden können und dort einen würdigen Abschluss des Platzbereichs bilden. (Architekturwettbewerb 2004)

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