NEUMAYERSTRASSE HAMBURG 2014

ABSICHT
Das Baugrundstück befindet sich im direkten Umfeld zweier Baudenkmäler in typischer Hamburger Backsteinbauweise. Eine zukünftige Lösung in diesem besonderen Umfeld sollte daher den historischen Nachbarn Respekt zollen und gleichermaßen eine eigenständige, moderne Haltung bewahren ohne anzubiedern. Die Absicht dieses Entwurfes ist es, die Individualität des Einzelnen zu respektieren, diese aber in die Gemeinschaft zu integrieren.Daher wird die Bauaufgabe bewusst in einem gemeinsamen Baukörper für die drei Häuser gelöst, wobei jedes Haus seine eigene Identität erhält, die es in die Gemeinschaft einbringt.

STÄDTEBAU / FREIRAUM

Der Baukörper fügt sich in die Straßenflucht der Neumayerstraße ein und komplettiert somit das Ensemble aus der Anna-Siemsen-Schule und dem Abraham-Philipp-Schuldt-Stift. Der eindeutige und klare Straßenraum bildet somit einen wohltuenden Kontrast zum weichen Übergang auf der Parkseite.

An der Stirnseite der Schule wird die Gebäudetiefe aufgenommen, um den privaten Gartenbereich der Bewohner den Einblicken durch vorbei spazierende Parkbesucher zu entziehen. Eine große gemeinschaftliche Grünfläche mit Spielflächen und Sitzbänken lädt die Bewohner zum Entspannen ein und bildet als Gartenhof einen zentralen Platz, um nachbarschaftliche Freundschaften zu pflegen. An der Kante zum öffentlichen Alten Elbpark wird die vorhandene Grünstruktur nachverdichtet. Diese schafft somit eine natürliche und selbstverständliche Abgrenzung zur Öffentlichkeit. Gleichzeitig bilden die großzügigen Terrassen kleine Inseln der Intimität für die Bewohner der Erdgeschosswohnungen.

BAUKÖRPER / FASSADE

Die drei Gebäude kommunizieren über die Straßenfassaden der Neumayerstraße auf vielfältige Weise mit ihren historischen Nachbarn. Sie greifen Motive auf, interpretieren diese neu, übernehmen Materialitäten und werden somit zu modernen Verwandten unter den historischen Baudenkmälern.

Die elegante, geschwungene Linienführung der Gauben im Dach sowie der Eingänge verleihen den Baukörpern eine zurückhaltende Leichtigkeit. Diese Abgrenzung des Dachs und Sockels vom Mittelbereich wird noch durch die tief liegenden Fenster unterstützt.

Der Mittelbereich der Baukörper ist von einer Lochfensterfassade geprägt, deren Fenster sich nach unten aufweiten, um gleiche Lichtverhältnisse in den Wohnungen zu ermöglichen. Zum Teil werden Fenster zusammengefasst, um großzügigere Ausblicke zu generieren. Hierbei bilden die Rahmungen der Fenster kleine französische Balkone, die das Straßenbild auflockern und beleben.

Diese weißen, filigranen Rahmen der Fenster schieben sich zu den Gebäudeecken sukzessive in den Straßenraum und geben der Fassade somit eine hohe Plastizität und einen hohen Wiedererkennungswert.

Die Gartenfassade sowie die beiden kurzen Gebäudeseiten greifen die Gestaltungsmotive der Straßenfassade auf und übersetzen diese auf die jeweiligen Anforderungen. Somit entsteht ein Gesamtbild, das auf allen vier Seiten eine eigenständige Erscheinung besitzt und gleichzeitig ein angenehm unaufgeregtes Gesamtbild ergibt.

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