FOYER CAFFAMACHERREIHE 8

Umbau eines Nebeneingangs zum Haupteingang eines Gebäudes aus den 1990er Jahren

Das neue Eingangsfoyer an der Caffamacherreihe 8 in der Hamburger Innenstand ist der Umbau eines vormaligen Nebeneingangs zu einem Haupteingang in einem Bestandsgebäude aus den frühen 1990er Jahren. Der neu geschaffene Haupteingang soll einerseits stärkere Präsenz im Straßenraum aufzeigen und andererseits in zeitlos schöner Präzision und mit viel Selbstbewusstsein den möglichen Nutzern des Gebäudes ein entsprechendes Entree schaffen. Das Gebäude kragt ab dem zweiten Obergeschoss bereits im Bestand in den Straßenraum aus. Um aus der Straßenflucht aufzuzeigen, dass hier eine „Adresse“ entsteht, wird das neue Foyer ebenfalls in den Straßenraum, bündig mit der Bestandsauskragung, vorgezogen.

Die Seitenumfassungswände dieser neuen Ausstülpung des Entrees sind aus scharfkantig präzise verarbeiteten, bronzefarbenen Blechen. Die Bronzeverkleidung geht als „klassisches“ Material farblich zu dem eigenen Bestandsgebäude eine Verbindung ein und birgt gleichermaßen die Quersumme des farblichen Spektrums der nachbarlichen Bebauung in sich. Zur Straße hin ist das neue Foyer vollflächig und größten Teils zweigeschossig bis zur Höhe von 5,40 Metern verglast. In Passepartout ähnlicher Einfassung, inmitten der zwei Geschosse übergreifenden Festverglasung befindet sich der eigentliche Eingang. Er ist Teil einer Dreiteilung des Fassadenabschnittes. Diese Aufteilung orientiert sich an einem gläsernen Erker, welcher ein wiederkehrendes Motiv des bestehenden Gebäudes darstellt. Das zentral angeordnete Türelement ist ebenfalls 5,40 Meter hoch, findet jedoch eine horizontale Unterteilung in Form einer untergeordneten Überdachung für einen trockenen Zugang. Taucht man unter dieser Überdachung hindurch, so öffnet sich der zweigeschossige Raum in voller Höhe. Im Innenraum wurden dafür die vormaligen Seitenflügel der Galerieebene des ersten Obergeschosses abgebrochen, um somit diesen großzügigen Luftraum zu schaffen.

Wände und Böden sind im Innenraum aus Naturstein. Ähnlich eines Futters bei einem edlen Mantel ragen die Muschelkalk Wandinnenverkleidungen der Foyerausstülpung in den Straßenraum bis hin zur Glasebene. Wie steinerne Sheds bilden die ebenfalls zwei Geschosse hohen Muschelkalkelemente eine großzügige Willkommensgeste, indem sie sich in der Reihung um 90 Grad in den Innenraum hineindrehen und je durch eine Lichtfuge getrennt sind. Die indirekte Beleuchtung bringt die Muschelkalkflächen der Sheds nahezu zum Leuchten. Der gesamte Innenraum des Foyers wirkt somit wie ein steinerner Leuchtenschirm der in den Straßenraum hinausstrahlt.

Material und Konstruktion
Außen: Stahlbaukonstruktion mit bronzefarbener Blechverkleidung und Dämmung sowie Pfostenriegelkonstruktion für Glasfassade.
Innen: Abbruch der Stützen unter den Galeriearmen und ersetzen durch brandschutzverkleidete Stahlstützen innerhalb der benachbarten Wandebene. Abbruch der Galerieseitenpodeste. Ausdrucksstarke Wandtafeln aus grobporigem Sellenberger Muschelkalk, hängen auf Stahlstützen, deren Hinterschnittanker und Agraffenkonstruktionen für den Betrachter nicht ablesbar sind. Das jeweils vorletzte Shedelement aus Muschelkalk funktioniert als eine Art Türblatt und lässt sich über die Unterkonstruktion öffnen um einen Zugang zu den dahinter versteckten Bestandsheizkörpern zu gewähren. Die Bodenplatten sind aus 1200 x 1200mm Gelb-Grau pigmentiertem Jura (Kratzschliff). Die Wandverkleidungen an den Kernen sind aus portugiesischem Branco Real(scharriert), deren haptisch erfahrbare Oberfläche durch das Streiflicht angefeuert wird.

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