Gemeindezentrum St. Nikolai Harvestehuder Weg, Hamburg

Neubau eines Gemeindehauses für die Kirchengemeinde St. Nikolai am Klosterstern - Hamburg
Planung 00/02 - Ausführung 02/03

Das neue Gemeindehaus wurde als direkter Anbau an das vorhandene und als Solitär Anfang der 60er Jahre entstandene Kirchenschiff errichtet. Ein wesentlicher Aspekt des Entwurfskonzeptes des Gemeindehauses ist es, diesen Solitärcharakter der Hauptkirche St. Nikolai zu bewahren. Das Gemeindehaus selbst ist ein eigenständiger Baukörper mit einer eigenen architektonischen Sprache, der aber nie versucht in Konkurrenz zu der Kirche zu treten. Vielmehr stehen die beiden Gebäude in einem Dialog -im Sinne von Wechselrede oder Zwiesprache- zueinander. Dieser Dialog lässt Innen- und Aussenräume entstehen, die immer wieder auf die Kirche eingehen, sie als Bauwerk respektieren und immer wieder neu in “Szene” setzen. Dabei steht die Betonung der Kirche immer im Vordergrund. Bezüge zwischen Gemeindehaus und Kirche scheinen sich ständig zu verändern. Das bisher Erlebte und Vertraute wird  in neuen Dimensionen gesehen. Es entstehen neue Räume, die neue Wahrnehmungen ermöglichen. Die Kirche selbst bleibt nicht nur als Solitär erhalten, vielmehr kann seine Bedeutung und architektonische Signifikanz durch den Neubau neu entdeckt und erlebt werden. Das Erdgeschoß lädt

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die Öffentlichkeit in sein zweigeschossiges Foyer ein. In den Obergeschossen orientiert sich das Haus nach innen und läßt nur noch wenige Einblicke zu. Das Gebäude schließt nach oben mit einer von aussen nicht einsehbaren Dachterrasse ab, die sich zwischen dem gewaltigen Kirchendach und den Gruppenräumen des Neubaues aufspannt. Das tiefergelegte Niveau des Vorplatzes spiegelt auf der Gebäuderückseite einen Tiefhof. Dieser ist ein ruhiger introvertierter Ort. Die Umgebung scheint bis

auf die seitlichen Fenster des Altarraumes der Kirche und die angrenzende Bepflanzung ausgeblendet. Die eindeutige Abgrenzung zwischen Innen- und Aussenräumen wird aufgehoben, verunklart. Die Entwurfsidee wird durch einen räumlichen Mäander geprägt, der sich um den Gemeindesaal im 1.Obergeschoss legt und diesen wie ein “Schmuckkästchen“ umschließt.  Der “Saal der Gemeinde“ wird dadurch zum Herzstück des Gebäudes und ist aus den verschiedenen Blickachsen mal mehr, mal

weniger von außen sichtbar. Seine goldfarbig transluzenten Wände verhüllen zum einen den Innenraum, zum anderen lassen sie aber auch etwas von seiner Größe und Bedeutung erahnen.

 

all pictures by / copyright: KLAUS FRAHM / ARTUR, Köln

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