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HAUS WP 15

Einfamilienhaus Hamburg Blankenese, 2019

 

Selbstgenutzte Einfamilienhäuser sind seit jeher klassische Experimentierfelder für Architekten, um Raumideen auszuloten, die andern Orten nicht möglich sind. Die Villa WP15 spielt mit einem spektakulärem Innenraum, welcher sich um einen Kaminkern kreisend vom Souterrain des Hanggebäudes bis in die höchste Spitze des Daches schraubt. Dabei erreicht das Raumkontinuum eine Höhe von 12 m vom tiefsten bis zum höchsten Punkt. Eine geradlinige, mehrgeschossige Treppe sowie zwei kurze Brücken gliedern diesen dramatischen Raum. Zwei große, gegenüberliegende Fenster in der Obergeschoßdiele öffnen nach Osten und Westen je einmal und lassen das Morgen- bzw. Abendlicht bis tief nach unten in den Raum fallen. Ein Obergaden erfüllt den komplex geschnittenen Luftraum mit wechselnden Licht- und Schattenspielen.

Zur Straße und zur Eingangspforte verrät das Haus kaum etwas von seinem inneren Zauber: Ein schlichter weißer Körper mit Schrägdach setzt sich auf einen schwarzen Sockel aus Kolumbaziegeln, als wolle er schweben oder jederzeit abheben. Dabei wird das Haus sehr behutsam in das Hanggrundstück eingebettet und widerspricht dem am Elbhang so oft angetroffenen Selbstdarstellungstrieb. Nur an der Südseite zum Garten Richtung Elbe – fast uneinsehbar – erlaubt sich das Haus eine große Öffnung des Wohnbereichs über die gesamte Hausbreite. Bescheidener und doch krönender Abschluß im Inneren ist das Arbeitszimmer des Bauherrn hoch oben unter dem Dachfirst mit weitem Elbblick. Das viel in behördlichen und politischen Kreisen diskutiert Bauvorhaben, fügt sich durch seine einzigartige Dachgeometrie in die Elbhang-Nachbarschaft ein.